29. Mai – 7. August 2016

Henning Strassburger – Bleaching is Teaching

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2015 schreibt Henning Strassburger die Novelle »High«. Der erste Satz lautet: »Es war so ein filmischer Tag.« Gleich mit dem »so ein« ist eine unbestimmt suchende Bewegung angestoßen.

 

Die Bilder gleißen, sind hitzig und flirren, die Farben rauschhaft überstrahlt oder metallisch kühl. Das Ganze springt zwischen schweifenden Totalen und krassen Close-ups und zwischen »Intimität und Ekel« fragen sich die auftauchenden Figuren wieder und wieder, was »ihre Generation ausmacht«. Man liest wie mit zugekniffenen Augen und niemand weiß, was los ist oder geschehen könnte. Alles ist offen und bodenlos treibend, ohne Ende.

 

Einer seiner jungen Protagonisten bringt die Verunsicherung durch die Virtualisierung der Welt auf den Punkt: »Wenn ich nicht immer auf Bilder von mir gucken würde, wüsste ich gar nicht, dass es mich überhaupt gibt. Ich kann das irgendwie erst durch die Bilder fühlen. Das sieht dann so real aus. Und die anderen sagen dir dann auch, dass es real ist. Also ist es real. Real ist alles, was es als Bild gibt.«

 

Henning Strassburger selbst fragt nach der malerischen Erzählung heute. Fragt nach dem Strom an Empfindungen, Dingen, Farben, Formen und Erinnerungen, die manchmal unscharf mit ausgefransten oder »geblurten Bildrändern«, manchmal unerbittlich klar unsere immaterielle Whatsapp- und Instagram-Gegenwart bestimmen.

 

Gibt es die Welt also nur noch als Bild? Eine Fiktion, die wir ständig aktualisieren müssen?

 

 

Zur Eröffnung am
Sonntag, 29. Mai, 11 Uhr
laden wir Sie herzlich ein!

 

Begrüßung
Wolfgang Riehle, Vorsitzender

 

Einführung
Christian Malycha, Künstlerischer Leiter

 

 

 

Henning Strassburger, 1983 geboren in Meißen, 2006 – 2009 Kunstakademie Düsseldorf, 2014 Artist-in-residence und Visiting professor, UVLA University of Las Vegas, 2015 – 2016 Gastprofessor, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Lebt und arbeitet in Berlin.

 

Seit 2009 zahlreiche institutionelle Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a.:
Autocenter, Berlin. BolteLang, Zürich. Galerie Nagel+Draxler, Köln. Golden Pudel Club, Hamburg. Haus der Kunst, Solothurn. Hospitalhof Stuttgart. Indianapolis Museum of Contemporary Art, Indianapolis. Kavi Gupta Gallery, Chicago. Kunsthalle Athena, Athen. Kunsthaus Hamburg. Künstlerhaus Bethanien, Berlin. Kunstsammlung Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main. Kunstverein Heppenheim. Kunstverein Reutlingen. Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden. Oldenburger Kunstverein, Oldenburg. Palazzo Fruscione, Salerno. Salts, Birsfelden. Salon Dahlmann, Berlin. Sies + Höke, Düsseldorf. Soy Capitán, Berlin. Verein für Raum und Form in der Bildenden Kunst, Wien.

 

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12. Juni – 7. August 2016

Paula Doepfner – Put it right here (or keep it out there)

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Physik und Neurowissenschaften haben in den vergangenen Jahrzehnten ungeheure Fortschritte gemacht, sämtliche Lebensvorgänge zu entschlüsseln. Was  allerdings Sinnlichkeit und Verstand, Gefühl und Logik eigentlich verbindet, dass nicht »blos regellose Haufen« unzusammenhängender Eindrücke oder Daten der Welt übrigbleiben, können auch sie nicht sagen.

 

Nur was ist das ›Etwas‹, das die zerstreuten Erscheinungen und die Vielzahl an Anschauungen der Welt zusammenhält? Sie unterscheidet, zur einen mehr, zur anderen weniger hingezogen ist, sie alle aber ordnet und in ein erfahrenes ›Bild‹ bringt? Kant nennt dieses Vermögen des menschlichen Bewusstseins Einbildungskraft, die die wahrgenommenen Erscheinungen und sinnlichen Empfindungen verknüpft, fast »wie in der Kunst«.

 

Mit diesem Rätsel des subjektiven Erlebens befasst sich Paula Doepfner, mit Kognitionswissenschaft und Psychologie, Philosophie und Dichtung, Musik und Kunst. Aus dem Gegensatz von natürlichen Materialien wie Pflanzen oder Eis und industriellen Erzeugnissen wie Stahl oder Glas sucht sie, den ungreifbar flüchtigen, inneren Prozessen des Bewusstseins eine sichtbare Form zwischen zerbrechlicher Vergänglichkeit und andauernder Beständigkeit zu geben.

 

 

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am
Sonntag, 12. Juni, 11 Uhr
laden wir Sie herzlich ein!

 

Begrüßung
Wolfgang Riehle, Vorsitzender

 

Einführung
Christian Malycha, Künstlerischer Leiter

 

 

 

Im Rahmen der neuen »Artist talks«-Reihe, die Teil unserer Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Eberhard Karls Universität ist, spricht Paula Doepfner am Samstag, 11. Juni, ab 16 Uhr mit Studierenden der Eberhard-Kunstpreis-Gruppe über ihre Arbeit und die Reutlinger Ausstellung.

 

Wir würden uns freuen,  Sie bereits am Vorabend der Eröffnung  in Tübingen begrüßen zu können!

 

Alte Burse / Raum XI
Bursagasse 1
72070 Tübingen

 

 

 

Paula Doepfner, 1980 geboren in Berlin, 2002 – 2008 Universität der Künste Berlin und Chelsea College of Art and Design London . Lebt und arbeitet in Berlin.

 

Seit 2009 zahlreiche institutionelle Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen, u.a.:
A Foundation, Liverpool. Funkhaus Berlin. Galerie Laurent Mueller, Paris. Galerie Mario Ianelli, Rom. Galerie Max Hetzler, Berlin. Galerie Mickael Andersen, Berlin. Galerie Tanja Wagner, Berlin. Goethe-Institut, Washington D.C. Hbc, Berlin. Ionion Center for the Arts, Kefalonia. Kreuzberg Pavillon, Berlin. Kunsthalle Lana, Bozen. Kunstverein Celle. Kunstverein Mainz. Kunstverein Östliches Sauerland, Brilon. Kunstverein Potsdam. Kunstverein Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Linden Centre for Contemporary Art, Melbourne. Naturkundliches Museum Witzenhausen. S2A, New York. Salon Dahlmann, Berlin. Shedhalle, Tübingen. Temporäre Kunsthalle, Berlin. Uferhallen, Berlin. UM-Festival, Uckermark.