Termin Sonntag 10. Mai 2026, 17:00 Uhr
Vernissage Translating Traditions – Marlen Letetzki & Desire Moheb-Zandi
Wir laden Euch herzlich zur Ausstellungseröffnung von "Translating Traditions – Marlen Letetzki & Desire Moheb-Zandi" ein. Eintritt frei!
Wir laden Euch herzlich zur Ausstellungseröffnung von "Translating Traditions – Marlen Letetzki & Desire Moheb-Zandi" ein. Eintritt frei!
Die jungen Künstlerinnen Marlen Letetzki und Desire Moheb-Zandi beschäftigen sich beide mit Traditionen – im künstlerischen wie auch im kulturellen Sinne. Dabei nutzen sie völlig unterschiedliche Medien, um eine Verbindung zur Gegenwart zu schaffen. Desire Moheb-Zandi schafft monumentale Wandteppiche, in die sie ungewöhnliche Materialien wie Gummischläuche oder Dübel einarbeitet. In Marlen Letetzkis Malereien versammeln sich wiederum vermeintlich alltägliche Formen zu eigentümlichen Stilleben.
Bei Marlen Letetzki ist es die Malerei in ihrem Spiel mit Körper und Fläche, Material und Abbild. Sie verbindet in ihren Malereien die Tradition des klassischen Handwerks mit modernsten digitalen Möglichkeiten. Sie nutzt für ihre Arbeit häufig selbst modellierte 3D-Simulationen, die sie malerisch übersetzt. Alltäglich anmutende Formen wie Vorhangelemente, Flüssigkeiten oder Schläuche entstehen, die in ihrer Zusammenstellung allerdings jeglicher Logik trotzen. Fremde Dinge kommen hier zu einer Einheit zusammen, was auch eine gesellschaftliche Ebene impliziert.
Desire Moheb-Zandi hingegen verbindet traditionelle Webtechniken aus ihrer Kindheit in der Türkei mit hochmodernen Materialien und Motiven. Neben Gummischläuchen kommen u. a. auch Dübel zum Einsatz, womit sie die Grenzen der klassischen Rollenbilder auflöst. Der Webstuhl ist für Desire Moheb-Zandi eine Art analoger Computer, in den sie einen „Code“, also ein Webmuster einarbeitet. Dieses Muster wird bewusst manipuliert, wobei optische Effekte – sozusagen „Bugs“ – entstehen, die alte Traditionen mit neuen Herangehensweisen verbinden. Desire Moheb-Zandi bricht bewusst Grenzen auf – zwischen männlich und weiblich, natürlich und industriell, historisch und zeitgenössisch.