Wo ist hier? #1: Malerei und Gegenwart

Wih_Plakat
Thomas Arnolds
Tjorg Douglas Beer
Michael Biber
André Butzer
Ralf Dereich
Hedwig Eberle
Sophie von Hellermann
Lothar Hempel
Franziska Holstein
Friedrich Kunath
Monika Michalko
Michael Riedel
Christoph Ruckhäberle
Adam Saks
Philipp Schwalb
Henning Strassburger
Claudia Wieser
Ulrich Wulff

 

Mit der programmatischen Frage nach der Gegenwart – »Wo ist hier?« – positioniert sich der Kunstverein 2014 neu, um in den kommenden Jahren beantworten zu können, wie uns die Kunst im 21. Jahrhundert noch einen Zugang zur Welt ermöglichen oder sogar Welterklärungen liefern kann.
Kunst ist kulturelles Gedächtnis und Seismograf für das Neue einer sich rapide verändernden und nur wenig Halt oder Orientierung bietenden Welt. Deshalb ist auch unsere Arbeit, seit über 60 Jahren und mehr als 300 Ausstellungen der Förderung und Vermittlung der Gegenwartskunst verpflichtet, noch lange nicht abgeschlossen.

 

Dafür bilden zwei Gruppenausstellungen zu Malerei und Bildhauerei (»Wo ist hier? #2: Raum und Gegenwart« folgt im Herbst 2015) die thematisch-inhaltliche Klammer. Sie geben einen vielfältigen Überblick über die jüngsten künstlerischen Entwicklungen und Strömungen nach 2000 und treffen zugleich eine erste kritische Auswahl der herausragenden Positionen, Werke und Persönlichkeiten.
Nach der Gegenwart befragt sind dabei:
a) die Künstlerinnen und Künstler (Was sind Motive und Ausdrucksweisen, Einflüsse, Themen und Möglichkeiten?),
b) wir alle als Betrachter (Wo stehen wir in der Welt? Wie wollen wir leben? Was hoffen?) und
c) der Kunstverein selbst (Wie kann eine Institution der Kunstvermittlung klassische Ausdrucksformen wie Malerei und Skulptur in einer immer digitaleren Welt behaupten?).

 

Den Anfang macht: »Wo ist hier? #1: Malerei und Gegenwart«!
Eine Ausstellung, die von den Grenzen her gedacht ist, von dort, wo ein Gemälde gerade noch Malerei ist oder eben gerade erst. Eine Ausstellung, die konfrontativ angelegt ist und äußerst konträre Ausgangssituationen, Stile und Haltungen offen gegeneinander – und damit doch zueinander – führt.
Und wenn man die Antwort auf die Frage nach der Gegenwart zuletzt wohl nur für sich persönlich finden kann – Gegenwart als das je eigene Dasein zwischen Herkunft und Zukunft –, ist es genau dies, worin die Herausforderung besteht.
Ganz wie der französische Philosoph Louis Althusser schon 1977 in »Machiavellis Einsamkeit« fragte: Wie gelingt es, das Neue in der völligen Abwesenheit seiner Bedingungen zu denken?