Archiv der Kategorie: Rückblick 2019

Nilbar Güreş – Erzähl mir.

Nilbar Güreş, Cemile is Standing (from the series Open Phone Booth), 2011. Courtesy die Künstlerin und Galerie Martin Janda, Wien / Tanja Wagner, Berlin / Galerist, Istanbul.

Herzstück der Soloausstellung der Künstlerin Nilbar Güreş (lebt und arbeitet in Wien und Istanbul) ist das Werk Open Phone Booth, das erstmalig in Deutschland präsentiert wird. Auf den Spuren ihrer Wurzeln portraitiert Güreş darin sensibel die Bewohner*innen eines Dorfes und ihre umgebende Landschaft in einem kurdisch und alevitisch geprägten Teil der Türkei, der infrastrukturell, sozial und politisch von den geografischen Metropolen abgehängt ist. Zentrale Themen der Ausstellung sind kulturelle Identität, innere und äußere Migration, Fragen zum Begriff der Heimat, sowie die Organisation von Minoritäten in der Relation zu herrschenden Machtmechanismen. Im Fokus stehen hierbei die Menschen, ihre Beziehungen zueinander im privaten und öffentlichen Raum und die Frage, wie Krieg und Konflikte ihr Leben und ihre Umwelt beeinflussen. Nilbar Güreş arbeitet in den Medien Malerei, Fotografie, Skulptur, Performance, Video und Collage.

The heart of the solo exhibition Erzähl mir (Tell me) by the artist Nilbar Güreş is the work Open Phone Booth. Kunstverein Reutlingen will exhibit it in Germany for the first time. Basically, Güreş is following her roots in a Kurdish and Alevi part of Turkey. She portrays this landscape and the inhabitants of a village in a very sensitive way. This area is cut off from the metropolises in infrastructural, social and political terms. Central themes of the exhibition are cultural identity, internal and external migration, questions about the concept of home, as well as the organization of minorities in relation to ruling power mechanisms. The focus is on people and their relations to each other in private as well as in public space. It is depicted how war and conflicts influenced their lives and their environment. Nilbar Güreş works in the media of painting, photography, sculpture, performance, video and collage. She lives and works in Vienna and Istanbul.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 17.11., 11 Uhr / Sunday 17.11., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Donnerstag, 12.12.2019, 18 Uhr / Thursday, 12.12.2019, 6pm: Kuratorinnenführung mit Imke Kannegießer / Curator’s Tour with Imke Kannegießer

Sonntag, 02.02.2020, 15 Uhr / Sunday, 02.02.2020, 3pm: Öffentliche Führung mit Elisabeth Weiß, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Elisabeth Weiß, Scientific Assistant

Die Ausstellung wird gefördert durch / The exhibition is supported by

Großer Dank für Ihre Unterstützung gilt / with kindly support by: Galerie Martin Janda Wien; Tanja Wagner, Berlin; Galerist, Istanbul sowie der / as well as Ayşe Umur| Umur Collection.

Nilbar Güreş, BERF (from the series Open Phone Booth), 2011. Courtesy die Künstlerin und Galerie Martin Janda, Wien / Tanja Wagner, Berlin / Galerist, Istanbul.

Sophie Reinhold/ Ruth Wolf-Rehfeldt – Kein Witz, No Joke.

Die generationsübergreifende Werkschau bringt neue Malereien und Objekte von Sophie Reinhold (*1981) und die so genannten Typewritings von Ruth Wolf-Rehfeldt (*1932) zusammen. So unterschiedlich die Künstlerinnen auch sind, vereinen ihre Werke eine manische Beharrlichkeit, Präzision und einen subversiven Humor. Die Leinwände von Reinhold zeigen mal figürliche, mal abstrakte Sujets und durch das Beimischen von Marmormehl zur Farbe und das spätere Abschleifen oder Einschneiden der Leinwand werden die Bedingungen von Malerei zur Disposition gestellt. Möbelartige Objekte verweisen subtil auf Häusliches und verbinden das Öffentliche mit dem Privaten. Ruth Wolf-Rehfeldt stellte mit dem Mauerfall ihre künstlerische Praxis ein, doch bis dahin zirkulierte ihre Mail-Art weltweit. Das Postsystem ermöglichte es ihr, sich den Restriktionen innerhalb der DDR zu entziehen. Sie schuf aus den Zeichen ihrer Schreibmaschine kunstvolle Architekturen, Wellen und abstrakte Kompositionen.

This intergenerational exhibition brings together new paintings and objects by Sophie Reinhold (*1981) and the “Typewritings” of Ruth Wolf-Rehfeldt (*1932). As different as the artists may be, their works share a manic perseverance, precision, and subversive humor. Reinhold’s canvases feature sometimes figurative, sometimes abstract compositions, and by mixing marble powder into paint and sanding or cutting the canvas, she questions the boundaries of painting. Sculptural objects that are reminiscent of furniture subtly hint at the domestic, connecting the public with the private. Ruth Wolf-Rehfeldt ended her artistic practice when the Berlin Wall fell, but until then her Mail Art circulated worldwide. The postal system enabled her to escape the restrictions of the GDR. She created ornate architectural structures, waves, and abstract compositions using the characters of her typewriter.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 15.09., 11 Uhr / Sunday 15.09., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Samstag, 21.09., ab 18:30 Uhr / Saturday, 21.09. from 6.30pm: Reutlinger Kulturnacht / Night of Culture

Sonntag, 20.10., 14 Uhr / Sunday, 20.10., 2pm: Öffentliche Führung mit Jessica Plautz, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Jessica Plautz, Scientific Assistant

Donnerstag, 24.10., 18 Uhr / Thursday, 24.10., 6pm: Kuratorenführung mit / Curator`s Tour with: Imke Kannegießer

Sonntag, 3.11., 15 Uhr / Sunday, 3.11., 3pm: Öffentliche Führung mit Elisabeth Weiß, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Elisabeth Weiß, Scientific Assistant

Anna M. Szaflarski – Between Swimming and Dryland.

Anna M. Szaflarski beschäftigt sich mit den porösen Grenzen des physischen Körpers, unseres Bewusstseins und der Frage, wie der Körper in seiner Umwelt eingebettet ist, bzw. von ihr konstituiert wird. In Bezug auf Mikrobiologie, Literatur und Kunstgeschichte und beladen mit Fantasy- und Science-Fiction-Narrativen, entfremden uns die Werke und irritieren unsere Wahrnehmungserfahrung, in dem sie uns in erfundene Welten versetzen. Sinneseindrücke werden getrübt und das erlernte Körperwissen infrage gestellt. Dies ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Anna M. Szaflarski, die bestehende Werke mit neuen, eigens für die Ausstellung geschaffenen Produktionen kombiniert. Comicartige Zeichnungen zeigen utopische und apokalyptische Szenen, ein farbenfrohes Textil imitiert beseelte Illustrationen eines Rorschach-Tests und Keramiken, die Haushaltsgegenstände nachahmen, lassen animistisch das Verhältnis zwischen Objekt und Subjekt verschwimmen.

Anna M. Szaflarski (*1984, St. Catharines, Ontario, CA) lebt und arbeitet in Berlin. Die Textilarbeit ist eine Zusammenarbeit mit dem Künstler Remko Van der Auwera. Die Keramiken sind in Zusammenarbeit mit Olga Milczyńska entstanden.

Anna M. Szaflarski deals with the porous boundaries of the physical body and consciousness, as well as, how the body is embedded in its environment and constituted by surrounding inanimate objects. With reference to microbiology, literature and art history and loaded with fantasy and science fiction narratives, the works alienate us and irritate our perceptual experience by transporting us into invented worlds. Sensory impressions are confused and body knowledge learned is questioned. This is Anna M. Szaflarski’s first institutional solo exhibition, which combines existing works and new productions created especially for the show. Comic-like drawings Show utopian and apocalyptic scenes, a colorful textile mimics the animist illustrations of a Rorschach test, and ceramics imitating household objects animistically blur the relationship between object and subject.

Anna M. Szaflarski (*1984, St. Catharines, Ontario, CA) lives and works in Berlin. The textile is a collaboration with the artist Remko Van der Auwera. The ceramics were created in cooperation with Olga Milczyńska.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 30.6., 11 Uhr / Sunday 30.6., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Donnerstag, 11.7., 18 Uhr / Thursday 11.7., 6pm: Kuratorenführung mit / Curator`s Tour with Imke Kannegießer

Sonntag, 4.8., 14–17 Uhr / Sunday 4.8., 2–5pm: Kinder-Workshop nach Anmeldung, max. 12 Plätze / Workshop for Kids, registration required, max. 12 participants

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Botschaft von Kanada und der LBBW Stiftung.

The exhibition is supported in collaboration with the Embassy of Canada and the LBBW Foundation.

Bean Finneran / Andrea Zaumseil – Zwischenspiel.

Hunderte und Tausende gleiche und gleichzeitig individuelle Tonformen stehen massiv wirkenden Stahlplastiken gegenüber.


Bean Finnerans simple, elementare Formen aus dem natürlichen Material Ton konstruieren in einem additiven Verfahren Skulpturen, die trotz ihrer abstrakten Formen an reale und organische Dinge wie Anemonen, Korallen, Heuhaufen oder Grasbüschel erinnern. Die Tonkurven verbinden hierbei Geometrie mit natürlicher Imperfektion und folgen im Prozess der Herstellung natürlichen Wachstumsmustern. So wie sie »wachsen«, müssen sie zum Transport auch wieder zerlegt werden – Stück für Stück.


Andrea Zaumseils stählerne Metamorphosen erzeugen in ähnlicher Weise Raum für eine andere Realität. Wie Fragmente oder Relikte einer Welt unbekannter Naturgesetze liegen oder stehen sie in ihrer ganzen Schwere und Härte da. Strich für Strich entstanden monochrome Zeichnungen, die auf über zwei Metern Länge, Papier in stetige Schwingung versetzen. Scheinbare Ausschnitte wecken die Neugier auf das Dahinterliegende – Wellen in Aussicht auf das Meer. 

Beide Künstlerinnen erzeugen so Räume in ihrer jeweiligen Arbeitsweise. Alle Teile dieser noch unerforschten Flora laden den Betrachter ein, sie umwandernd, von Nahem und Weitem zu erschließen.


Bean Finneran
1947: geboren in Cleveland, USA, lebt in Kalifornien. Massachusetts College of Art Boston, Museum School, Boston Museum of Fine Arts.


Andrea Zaumseil
1957: geboren in Überlingen, lebt in Berlin. Studium der Germanistik und Geschichte in Konstanz, Studium der Bildhauerei in Stuttgart. Seit 2003: Professur für Bildhauerei / Schwerpunkt Metall an der Kunsthochschule Halle.

Eröffnung: Sonntag, 17. März, 11 Uhr

Begrüßung: Wolfgang Riehle, Vorsitzender

Einführung: Julia Berghoff, Interims-Geschäftsführerin

101 Prozent

Präsentation der Arbeiten der Student*innen der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen

 

Im Rahmen der Ausstellung 101 PROZENT vom 7. Februar bis 17. Februar 2019 präsentieren die Studenten der Hochschule Reutlingen in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Reutlingen schwerpunktübergreifend ihre Arbeiten aus den Bereichen Textildesign / Material & Surface Design, Modedesign und Strickdesign.

Im Mittelpunkt der Vernissage steht neben den Exponaten eine spannende Laufstegperformance am 7. Februar ab 19:00 Uhr im Kunstverein!