Archiv des Autors: Elisabeth Weiß

Ausblick: Sunah Choi ab 6. Dezember 2020

Die Videos, Performances, Installationen, Fotografien und Zeichnungen der in Busan (Republik Korea) geborenen Künstlerin Sunah Choi erzeugen Spannungen durch die Gegenüberstellung polarer Prinzipien. So kombiniert Choi z. B. Massives mit Fragilem, Licht mit Schatten, Konstruktion mit Dekonstruktion. Die Arbeiten sind dabei ein dialektisches Zusammenspiel raum-zeitlicher und optisch-visueller Verfahren, in denen die in Berlin lebende Künstlerin individuelle habitualisierte Wahrnehmungsmuster genauso hinterfragt wie auch tradierte Bilder von verschiedenen Kulturen im kollektiven Gedächtnis.

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The videos, performances, installations, photographs, and drawings of the artist Sunah Choi, born in Busan (Republic of Korea), create tension by juxtaposing polar principles. For example, Choi combines massive with fragile, light with shadow, construction with deconstruction. The works are a dialectical interplay of spatio-temporal and optical-visual processes. The artist thus questions individual habitualised patterns of perception and traditional images of different cultures in collective memory.

Kunst Reutlingen 2020, Teil 2 & Anna und Erich Mansen

4. Juli bis 16. August 2020

Es ist soweit, Kunst Reutlingen 2020 geht in die nächste Runde.

Ab Samstag, 4. Juli 2020, ist im Kunstverein Reutlingen Teil 2 der Kooperationsausstellung zwischen Kunstmuseum Reutlingen | Galerie und Kunstverein Reutlingen zu sehen. Versammelt werden 28 weitere Positionen, unter anderem Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Skulptur. So schenkt die facettenreiche Ausstellung einen weiteren spannenden Einblick in das aktuelle Kunstgeschehen und künstlerische Schaffen der Region.

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Time has come and we are very happy: Kunst Reutlingen 2020 enters the next round.

From Saturday, 4 July 2020, part 2 of the cooperative exhibition by Kunstmuseum Reutlingen | Gallery and Kunstverein Reutlingen will open at Kunstverein Reutlingen. A further 28 positions will be assembled, including painting, drawing, print, photography and sculpture. The multifaceted exhibition thus provides a further exciting insights into the current art scene and artistic creativity of the region.

In einer gänzlich neu kuratierten Ausstellung werden bis zum 16. August 2020 Arbeiten gezeigt von / Until 16 August, a completely newly curated exhibition will show works by:

Minny Beckmann, Lea Borkowski, Eva Borsdorf, Heidi Degenhardt, Susanne Dohm-Sauter, Henning Eichinger, Kathrin Fastnacht, Ulla Frenger, Gaby Frey-Bantle, Susanne Gayler, Eckart Hahn, Gudrun Heller-Hoffmann, Hermann Helmers, Susanne Immer, Ellen Junger, Yvonne Kendall, Claudia Krieger, Helga Mayer, Madeleine Mesam, Ingrid von Normann, Uwe Rogg, Ulrich Schultheiß, Eva-Maria Schulz, Brigitte Tharin, Lisa Voß, Elisabeth Wacker, Christine Ziegler, Helmut Anton Zirkelbach

Einblicke in die Ausstellung/ exhibition preview

Die Kabinett-Ausstellung Anna und Erich Mansen wird bis zum 16. August verlängert. Präsentiert werden Arbeiten aus dem Hölderlin-Zyklus von Erich Mansen, passend zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin in diesem Jahr. Ergänzt werden diese Werke von filigranen Bleistiftzeichnungen und Aquarellen von Anna Mansen.

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The cabinet exhibition Anna and Erich Mansen is extended until 16 August. Works from the Hölderlin Zyklus by Erich Mansen will be presented, in keeping with this year‘s 250th birthday of the poet Friedrich Hölderlin. These works are complemented by filigree pencil drawings and watercolours by Anna Mansen.

Ebenso wichtig wie die Kunst ist uns Ihre und unsere Gesundheit. Tragen Sie bitte während Ihres Besuchs eine Mund-Nasen-Schutz und halten Sie bitte die Abstandsregelung ein. Die Dokumentation von Kunst Reutlingen 2020 Teil 1 sowie weitere Informationen zu den Künstler*innen gibt es auf kuneonline.net.

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Your and our health is our highest priority. During your visit, please wear a mouth-and-nose protection and respect the distance regulation. The documentation of Kunst Reutlingen 2020 part 1 as well as further information about the artists can be found on kuneonline.net.

Wiedereröffnung am 14. Mai: Verlängerung „Kunst Reutlingen 2020“ & „Anna und Erich Mansen“

Es ist soweit und wir freuen uns sehr! Der Kunstverein Reutlingen ist ab Donnerstag, 14. Mai wieder für Sie geöffnet und kann zu den regulären Öffnungszeiten besucht werden (Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 11-17 Uhr). 

Ebenso wichtig wie die Kunst ist uns Ihre und unsere Gesundheit. Die Wiedereröffnung geht mit einem Hygieneplan einher, den wir entsprechend der behördlichen Vorgaben entwickelt und umgesetzt haben. Tragen Sie bitte während Ihres Besuches einen Mund-Nasen-Schutz und halten Sie die Abstandsregelungen ein. 

We are very happy! Kunstverein Reutlingen re-opens again for you on Thursday, May 14th. Visit our exhibition during the regular opening hours (Wed-Fri 14-18 h, Sat/Sun and on holidays 11-17 h).

Your and our health is our highest priority. The re-opening is accompanied by a hygiene plan, which we have developed and implemented in accordance with official regulations. During your visit, please wear a mouth-and-nose protection and respect the distance regulations.

Kunst Reutlingen 2020 & Anna und Erich Mansen

Der Kunstverein Reutlingen und das Kunstmuseum Reutlingen haben Künstler*innen in Stadt und Landkreis zu einer neuen Ausgabe der Ausstellung der Kunst Reutlingen eingeladen. Ab 1. März bietet die traditionsreiche Ausstellung „Kunst Reutlingen‟ einen facettenreichen Einblick in das aktuelle Kunstgeschehen unserer Region.

Die Ausstellungsreihe kann inzwischen auf eine siebzigjährige Tradition zurückschauen und erfreut sich ungebrochen großen Interesses, welches sich dieses Jahr in mehr als 170 Einreichungen aus unterschiedlichen Kunstgattungen wie Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie oder Skulptur manifestiert. Seit 2008 veranstalten die Städtische Galerie und der Kunstverein Reutlingen die Ausstellung gemeinsam. Die Verantwortung für die Auswahl der präsentierten Exponate liegt in den Händen einer fachkundigen und wechselnd besetzten Jury aus Künstlern, Kunstkritikern und Kuratoren.

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The Kunstverein Reutlingen and the Kunstmuseum Reutlingen have invited artists from the city and district to a new edition of the exhibition „Kunst Reutlingen“. From 1st of March, the traditional exhibition concept offers a multi-faceted insight into the current art scene in our region.

The exhibition series looks back on a seventy-year tradition, still enjoying great interest. This year, more than 170 submissions were received from various art genres such as painting, drawing, printmaking, photography or sculpture. Since 2008 the Städtische Galerie and the Kunstverein Reutlingen have been jointly organising the exhibition. The responsibility for the selection of the presented exhibits lies in the hands of an expert and changing jury of artists, art critics and curators.

Mit der Öffnung machen wir die Kooperations-Ausstellung zwischen Kunstmuseum Reutlingen I Galerie und Kunstverein Reutlingen für Sie zugänglich. Neu ist, dass die facettenreiche Ausstellung aktuellen Kunstgeschehens unserer Region ausschließlich in den Räumlichkeiten des Kunstvereins, im 1. OG der Wandel-Hallen, und in zwei Teilen präsentiert wird. Auch die Ausstellung »Anna und Erich Mansen« wird bis zum 16. August verlängert. 

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Teil / part 1: 14.05. – 28.06.
Petra Blum-Jelinek, Annika Bolsinger-Rösch, Tina Böhm, Martin Dolmetsch, Sandra Dullenkopf, David Gaiser, Ingrid Edith Gebhardt, Dagmar Geiger, Jochen Görlach, Gabriele Hasler, Annette Hecht-Bauer, Volker Illi, Friederike Just, Carmen Kübler, Beate Leinmüller, Peter Magiera, Antonia Nannt, Tanja Niederfeld, Esther Rollbühler, Michaela Ruhrmann, Jutta Vollmer, Izumi Yanagiya

Teil / part 2: 04.07. – 16.08.
Minny Beckmann, Lea Borkowski, Eva Borsdorf, Heidi Degenhardt, Susanne Dohm-Sauter, Henning Eichinger, Kathrin Fastnacht, Ulla Frenger, Gaby Frey-Bantle, Susanne Gayler, Eckart Hahn, Gudrun Heller-Hoffmann, Hermann Helmers, Susanne Immer, Ellen Junger, Yvonne Kendall, Claudia Krieger, Helga Mayer, Madeleine Mesam, Ingrid von Normann, Uwe Rogg, Ulrich Schultheiß, Eva-Maria Schulz, Brigitte Tharin, Lisa Voß, Elisabeth Wacker, Christine Ziegler, Helmut Anton Zirkelbach

Einblicke in die Ausstellung/ exhibition preview

Die diesjährige Jury/ The jury 2020: Amber Sayah, freie Kulturjournalistin und -kritikerin aus Stuttgart/ freelance cultural journalist and critic from Stuttgart, Madeleine Frey, Leiterin der Galerie Sindelfingen/ director of the Galerie Sindelfingen, Constanze Vogt, aktuelle HAP-Grieshaber-Stipendiatin/ current HAP-Grieshaber scholarship holder, Imke Kannegießer, Geschäftsführerin des Kunstvereins Reutlingen/ managing director of the Kunstverein Reutlingen, Dr. Ralf Gottschlich, Leiter Kunstsammlung Reutlingen/ head of the Reutlingen art collection.

Die diesjährige Jury: Amber Sayah, Imke Kannegießer, Madeleine Frey, Dr. Ralf Gottschlich, Constanze Vogt (von links nach rechts), Foto: Julia Berghoff.

Aus allen Bewerbungen wurden knapp 80 Positionen von 50 Künstler*innen für die Ausstellung ausgewählt./ Almost 80 positions by 50 artists were selected for the exhibition from all applications.

Werke in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins Reutlingen / works in the exhibition rooms of Kunstverein Reutlingen

Alle an der Ausstellung beteiligte Künstlerinnen und Künstler/ all artists participating in the exhibition:


Minny Beckmann, Petra Blum-Jelinek, Tina Böhm, Annika Bolsinger-Rösch, Lea Borkowski, Eva Borsdorf, Heidi Degenhardt, Susanne Dohm-Sauter, Martin Dolmetsch, Sandra Dullenkopf, Henning Eichinger, Kathrin Fastnacht, Ulla Frenger, Gaby Frey-Bantle, David Gaiser, Susanne Gayler, Ingrid Edith Gebhardt, Dagmar Geiger, Jochen Görlach, Eckart Hahn, Gabriele Hasler, Annette Hecht-Bauer, Gudrun Heller-Hoffmann, Hermann Helmers, Volker Illi, Susanne Immer, Ellen Junger, Friederike Just, Yvonne Kendall, Claudia Krieger, Carmen Kübler, Beate Leinmüller, Peter Magiera, Anna Mansen, Erich Mansen, Helga Mayer, Madeleine Mesam, Antonia Marie Barbara Nannt, Tanja Niederfeld, Ingrid von Normann, Uwe Rogg, Esther Rollbühler, Michaela Ruhrmann, Ulrich Schultheiss, Eva-Maria Schulz, Brigitte Tharin, Jutta Vollmer, Lisa Voss, Elisabeth Wacker, Izumi Yanagiya, Christine Ziegler, Helmut Anton Zirkelbach

Programm / Program

Zur Eröffnung laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein! / You are cordially invited to join the opening!

Eröffnung / Opening reception Kunstmuseum Reutlingen | Galerie und / and Kunstverein Reutlingen: Sonntag, 01.03., 11 Uhr / Sunday 01.03., 11am

Begrüßung und Einführung im Kunstverein Reutlingen/ Addresses of welcome and Introduction at Kunstverein Reutlingen:

Robert Hahn – Bürgermeister Stadt Reutlingen / Mayor City of Reutlingen

Imke Kannegießer – Kunstverein Reutlingen

Dr. Ralf Gottschlich – Kunstmuseum Reutlingen | Galerie

Ausstellungsbegleitende Angebote im Kunstverein Reutlingen / events at Kunstverein Reutlingen:

ABGESAGT/ CANCELLED: Sonntag, 05.04.2020, 15 Uhr / Sunday, 05.04.2020, 3pm:  KÜNSTLER*INNENGESPRÄCH „Talk zum Tee“ durchgeführt von Kune – kuneonline.net / ARTIST TALK „Talk zum Tee“ presented by Kune – kuneonline.net (Anmeldung unter / sign up at  kuneonline.net@gmail.com

ABGESAGT/ CANCELLED: Samstag, 18.04.2020, 11 Uhr / Saturday, 18.04.2020, 11am:  KÜNSTLER*INNENGESPRÄCH „Talk zum Tee“ durchgeführt von Kune – kuneonline.net / ARTIST TALK „Talk zum Tee“ presented by Kune – kuneonline.net (Anmeldung unter / sign up at  kuneonline.net@gmail.com

ABGESAGT/ CANCELLED: Sonntag, 26.04.2020, 15 Uhr / Sunday, 26.04.2020, 3pm: Öffentliche Führung mit Elisabeth Weiß, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Elisabeth Weiß, Scientific Assistant

Eine Kooperation zwischen / a cooperation between: 

Save the date: 20. September 2020

Gerrit Frohne-Brinkmann – In the unlikely event of fire

20. September bis 15. November 2020

Befinden wir uns im Zeitalter des Feuers? Diese Frage ist Ausgangspunkt der Einzelausstellung von Gerrit Frohne-Brinkmann. In eigens für den Kunstverein Reutlingen geschaffenen Werken spürt er humorvoll den evolutionären, gesellschaftspolitischen und ästhetischen Dimensionen von Brennendem nach.

Das Wissen um die unüberwindbare Wechselbeziehung von Vernichtung und Erschaffung, von Kontrolle und Machtverlust trifft in der Ausstellung auf die gestalterischen Mittel eines Bildhauers. So zeugen etwa filigrane, per Laser in Fotopapier eingebrannte Motive von Dokumentationsfotografien eines Feuerschadens von einem privaten Schicksal. Eine raumfüllende Installation aus einer Vielzahl von kolorierten und flackernden Himmelslaternen verweist hingegen auf die Ambivalenz zwischen Wunsch und Verbot und erinnert uns zudem schmerzlich an all die ausgefallenen Grillfeste dieses Sommers. Gerrit Frohne-Brinkmann, der in Hamburg lebt und arbeitet, verknüpft geschickt Anthropologie mit Event-Kultur und lässt aus der Kunstgeschichte bekannte Ready-Mades bewusst dilettantisch anmutenden Werken gegenüberstehen. Zusätzlich wird die Ausstellung um Leihgaben des Feuerwehrmuseums Reutlingen ergänzt, die neben den zeitgenössischen Werken neu kontextualisiert werden.

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Is this the Age of Fire? This question is the starting point of Gerrit Frohne-Brinkmann’s solo exhibition. He created new productions for the exhibition at the Kunstverein Reutlingen. With these he humorously traces the evolutionary, socio-political and aesthetic dimensions of burning things.

In this exhibition, the knowledge of the invincible interrelation between destruction and creation, between control and loss of power meets the creative means of a sculptor. Filigree motifs of documentary photographs depicting a fire damage burnt into photographic paper by laser bear witness to a private fate. In contrast, a room-filling installation consisting of a multitude of colored and flickering sky lanterns refers to the ambivalence between desire and prohibition. Moreover, it painfully reminds us of all the cancelled barbecues this summer. Gerrit Frohne-Brinkmann, who lives and works in Hamburg, skillfully combines anthropology with event culture. He juxtaposes ready-mades known from art history in opposition to works that seem deliberately dilettante. In addition, the exhibition will be supplemented by loans from the Reutlingen Fire Brigade Museum, which will be re-contextualized alongside the contemporary works.

wie sehen die denn aus

Präsentation der Abschlussarbeiten des Studiengangs Modedesign der Hochschule Reutlingen

Herzliche Einladung zur Vernissage am 12. Februar um 19:00 Uhr!

Präsentiert werden Kollektionen, die einerseits von experimentellen Schnitt- und Textilentwicklungen zeugen, andererseits gesellschaftspolitische Themen, wie etwa die Konventionen von Geschlechterrollen in der Mode, das Ver- und Enthüllen des Körpers oder Eigenschaften von Schutz und Transparenz von Kleidung kreativ verhandeln. Dabei sind u.a. futuristische, exzentrisch-opulente oder zeitlose Unisex-Outfits entstanden. Fließende Stoffe, Gummimatten für Bodenbeläge, mit Kunstharz beschichtete Aluminiumfolien, verschiedene Strickverfahren oder fotobelichtete Textilien sind hierbei zum Einsatz gekommen und wurden kunstvoll verarbeitet, drapiert und mit enormer handwerklicher Präzision vernäht. Vom 13. bis 16. Februar zeigen die Absolventinnen des Bachelor-Studiengangs Modedesign der Hochschule Reutlingen ihre Abschlusskollektionen in der Ausstellung „wie sehen die denn aus“.

Unique textile collections will be presented from 13-16 February at Kunstverein Reutlingen. Collections that on the one hand bear witness to experimental cut and textile developments. On the other hand, they negotiate socio-political themes, such as the conventions of gender roles in fashion, the covering and unveiling of the body or the properties of protection and transparency of clothing. In the process, futuristic, eccentric-opulent and timeless unisex outfits have emerged, among other things. Flowing fabrics, rubber mats for floor coverings, aluminium foils coated with synthetic resin, various knitting techniques or photo-exposed textiles have been used. They were artistically processed, draped and sewn with enormous craftsmanship and precision. The graduates of the bachelor’s degree course in Fashion Design at Reutlingen University will show their final collections in the exhibition „wie sehen die denn aus“.

Die diesjährigen Absolventinnen: Sanas Ebrahimi-Kajlar, Charlotte Maria Helm, Meri Mamaladze, Charlotte Nora Schwarzer, Naomé Nazire Tahmaz.

Den Ausgangspunkt für Sanas Ebrahimi-Kajlars Bachelor-Kollektion INSOMNIA bildet der Zustand der Schlaflosigkeit. Als breites Phänomen steht die Insomnie für einen gegenwärtigen Imperativ der permanenten Verfügbarkeit. Wo die unablässige Produktivität und Aktivität gefordert wird, bietet der Schlaf einen Rückzug in die Unproduktivität und Passivität – einen Schutz gegen den Drang, aus Allem einen Mehrwert zu generieren. Gleichwohl können ungeregelte Arbeitszeiten den Schlaf rauben und einen unkonzentrierten Zustand hervorbringen, der die Wahrnehmung verändert. Diesen vergleicht Sanas Ebrahimi-Kajlar mit der unerwünschten Verzerrung in medialen Bildwiedergaben. Als Begriff für solche Störungen beschreibt das Wort ‚Glitch‘ Fehler in der Programmierung von stillen oder bewegten Bildern, die zu unvorhersehbaren ästhetischen Ergebnissen führen. Diese Unberechenbarkeit übersetzt die Designerin in die aufwändige Produktion von Stoffen für ihre Kollektion, die vom Flirren der Schlaflosigkeit inspiriert sind.

Die Geschlechterfrage in der westlichen Mode bildete den Ausgangspunkt für Charlotte Maria Helms Bachelor-Kollektion CLASSIQUE. Bestimmte Mode- und Körperbilder vermitteln uns im Alltag, dass Röcke, Federn oder Perlen ausschließlich Frauen vorbehalten sind. Zudem gibt es unterschiedliche Schnittführungen, mit denen die Mode Menschen in zwei Geschlechter einteilt. In Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen verbinden die Outfits der Kollektion Elemente, denen feminine Eigenschaften zugeschrieben werden, mit solchen, die maskulin konnotiert sind. In präzisen Schnittkonstruktionen dekonstruiert Charlotte Maria Helm die Konventionen der Geschlechterkollektion. Sie entwickelt zeitlose und elegante Unisex-Outfits, die ohne Anpassung von Männern und Frauen getragen werden können.

Kennen Sie das unheimliche Gefühl, das einen beim Anschauen von etwas Unangenehmen überkommt, das aber derart fasziniert, dass man nicht aufhören kann, hinzuschauen? Sollte man es mögen oder lieber der Unruhe, die es einem bereitet, ausweichen? Ist es ein Vergnügen mit Gewissensbissen oder die private Hölle?

Meri Mamaladzes Bachelor-Kollektion ODE TO ODD ist ein unorthodox-opulenter Albtraum, der sich um die sinnlichen Potenziale der Exzentrik, der Absonderlichkeit, des Bizarren und Seltsamen dreht. ODE TO ODD ist ‘Performance Art to go’. Die Schnittgestaltung hat zum Ziel, das Laufen zu erschweren oder die Handbewegungen einzuschränken. So werden Zustände des Gefangen-Seins und des Kontrollverlusts initiiert. Körperzustände der Unsicherheit, Unberechenbarkeit und des Nicht-Mehr-Herauskommens bilden den Ausgangspunkt für die Outfits der Kollektion.

In Protestbewegungen entstehen Zeichen, Bilder und Parolen, die für kollektive Identitäten stehen. Oft werden Slogans ikonisch. So auch eine Metapher des Kampfkünstlers und Schauspielers Bruce Lee, die besagt, dass wenn man sich so formlos und fließend wie Wasser bewege, dann wäre man unschlagbar. In den jüngsten Protesten in Hong Kong wurde diese Metapher zur Maxime des In-Bewegung-Bleibens. Indem sich die Protestierenden geschmeidig durch die Stadt bewegten, hofften sie die physische Konfrontation mit der Polizei zu vermeiden. Dabei erinnert die Situation, in der die hochentwickelte, digitale, chinesische Überwachungstechnik zum Einsatz kommt, an das Science-Fiction-Genre Cyberpunk. Scheinbar gegensätzliche Eigenschaften wie Schutz und Transparenz werden im Protest gegen diese Zustände gleichermaßen wichtig. Durch starke Materialkontraste verarbeitet Charlotte Nora Schwarzers Bachelor-Kollektion BE WATER dieses Paradox und das daraus resultierende Gefühl der Unwirklichkeit.

„Als Kinder bauten wir Höhlen. Wir räumten das Zimmer frei, suchten in Schränken, in Kisten und unter Betten nach Laken und Decken. Wäscheklammern dienten als Befestigung. Die Laken bedeckten den Raum. Innen platzierten wir kleine Lichter, die die Höhle aufheizten. An das Abbauen kann ich mich nicht mehr erinnern. Auch als Erwachsene bauen wir diese Höhlen, nur sind sie unsichtbar.“

Naomé Nazire Tahmaz‘ Bachelor-Kollektion CANVAS ist ein stiller Monolog textiler Schleier. Ein Spiel mit der Symbolkraft von Materialien, die durch ihre Herstellung, beispielsweise in Strickverfahren, Bearbeitung mit fotografischen Emulsionen, aber auch durch ihre Vergangenheit eine schleierhafte Wirkung erhalten. Die Kollektion bewegt sich zwischen dem Ver- und Enthüllen. Es ist nicht eindeutig zu sagen, ob gerade versteckt oder entblößt wird.

Nilbar Güreş – Erzähl mir.

Nilbar Güreş, Cemile is Standing (from the series Open Phone Booth), 2011. Courtesy die Künstlerin und Galerie Martin Janda, Wien / Tanja Wagner, Berlin / Galerist, Istanbul.

Herzstück der Soloausstellung der Künstlerin Nilbar Güreş (lebt und arbeitet in Wien und Istanbul) ist das Werk Open Phone Booth, das erstmalig in Deutschland präsentiert wird. Auf den Spuren ihrer Wurzeln portraitiert Güreş darin sensibel die Bewohner*innen eines Dorfes und ihre umgebende Landschaft in einem kurdisch und alevitisch geprägten Teil der Türkei, der infrastrukturell, sozial und politisch von den geografischen Metropolen abgehängt ist. Zentrale Themen der Ausstellung sind kulturelle Identität, innere und äußere Migration, Fragen zum Begriff der Heimat, sowie die Organisation von Minoritäten in der Relation zu herrschenden Machtmechanismen. Im Fokus stehen hierbei die Menschen, ihre Beziehungen zueinander im privaten und öffentlichen Raum und die Frage, wie Krieg und Konflikte ihr Leben und ihre Umwelt beeinflussen. Nilbar Güreş arbeitet in den Medien Malerei, Fotografie, Skulptur, Performance, Video und Collage.

The heart of the solo exhibition Erzähl mir (Tell me) by the artist Nilbar Güreş is the work Open Phone Booth. Kunstverein Reutlingen will exhibit it in Germany for the first time. Basically, Güreş is following her roots in a Kurdish and Alevi part of Turkey. She portrays this landscape and the inhabitants of a village in a very sensitive way. This area is cut off from the metropolises in infrastructural, social and political terms. Central themes of the exhibition are cultural identity, internal and external migration, questions about the concept of home, as well as the organization of minorities in relation to ruling power mechanisms. The focus is on people and their relations to each other in private as well as in public space. It is depicted how war and conflicts influenced their lives and their environment. Nilbar Güreş works in the media of painting, photography, sculpture, performance, video and collage. She lives and works in Vienna and Istanbul.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 17.11., 11 Uhr / Sunday 17.11., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Donnerstag, 12.12.2019, 18 Uhr / Thursday, 12.12.2019, 6pm: Kuratorinnenführung mit Imke Kannegießer / Curator’s Tour with Imke Kannegießer

Sonntag, 02.02.2020, 15 Uhr / Sunday, 02.02.2020, 3pm: Öffentliche Führung mit Elisabeth Weiß, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Elisabeth Weiß, Scientific Assistant

Die Ausstellung wird gefördert durch / The exhibition is supported by

Großer Dank für Ihre Unterstützung gilt / with kindly support by: Galerie Martin Janda Wien; Tanja Wagner, Berlin; Galerist, Istanbul sowie der / as well as Ayşe Umur| Umur Collection.

Nilbar Güreş, BERF (from the series Open Phone Booth), 2011. Courtesy die Künstlerin und Galerie Martin Janda, Wien / Tanja Wagner, Berlin / Galerist, Istanbul.

Sophie Reinhold/ Ruth Wolf-Rehfeldt – Kein Witz, No Joke.

Die generationsübergreifende Werkschau bringt neue Malereien und Objekte von Sophie Reinhold (*1981) und die so genannten Typewritings von Ruth Wolf-Rehfeldt (*1932) zusammen. So unterschiedlich die Künstlerinnen auch sind, vereinen ihre Werke eine manische Beharrlichkeit, Präzision und einen subversiven Humor. Die Leinwände von Reinhold zeigen mal figürliche, mal abstrakte Sujets und durch das Beimischen von Marmormehl zur Farbe und das spätere Abschleifen oder Einschneiden der Leinwand werden die Bedingungen von Malerei zur Disposition gestellt. Möbelartige Objekte verweisen subtil auf Häusliches und verbinden das Öffentliche mit dem Privaten. Ruth Wolf-Rehfeldt stellte mit dem Mauerfall ihre künstlerische Praxis ein, doch bis dahin zirkulierte ihre Mail-Art weltweit. Das Postsystem ermöglichte es ihr, sich den Restriktionen innerhalb der DDR zu entziehen. Sie schuf aus den Zeichen ihrer Schreibmaschine kunstvolle Architekturen, Wellen und abstrakte Kompositionen.

This intergenerational exhibition brings together new paintings and objects by Sophie Reinhold (*1981) and the “Typewritings” of Ruth Wolf-Rehfeldt (*1932). As different as the artists may be, their works share a manic perseverance, precision, and subversive humor. Reinhold’s canvases feature sometimes figurative, sometimes abstract compositions, and by mixing marble powder into paint and sanding or cutting the canvas, she questions the boundaries of painting. Sculptural objects that are reminiscent of furniture subtly hint at the domestic, connecting the public with the private. Ruth Wolf-Rehfeldt ended her artistic practice when the Berlin Wall fell, but until then her Mail Art circulated worldwide. The postal system enabled her to escape the restrictions of the GDR. She created ornate architectural structures, waves, and abstract compositions using the characters of her typewriter.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 15.09., 11 Uhr / Sunday 15.09., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Samstag, 21.09., ab 18:30 Uhr / Saturday, 21.09. from 6.30pm: Reutlinger Kulturnacht / Night of Culture

Sonntag, 20.10., 14 Uhr / Sunday, 20.10., 2pm: Öffentliche Führung mit Jessica Plautz, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Jessica Plautz, Scientific Assistant

Donnerstag, 24.10., 18 Uhr / Thursday, 24.10., 6pm: Kuratorenführung mit / Curator`s Tour with: Imke Kannegießer

Sonntag, 3.11., 15 Uhr / Sunday, 3.11., 3pm: Öffentliche Führung mit Elisabeth Weiß, Wissenschaftliche Assistenz / Public guided tour with Elisabeth Weiß, Scientific Assistant

Anna M. Szaflarski – Between Swimming and Dryland.

Anna M. Szaflarski beschäftigt sich mit den porösen Grenzen des physischen Körpers, unseres Bewusstseins und der Frage, wie der Körper in seiner Umwelt eingebettet ist, bzw. von ihr konstituiert wird. In Bezug auf Mikrobiologie, Literatur und Kunstgeschichte und beladen mit Fantasy- und Science-Fiction-Narrativen, entfremden uns die Werke und irritieren unsere Wahrnehmungserfahrung, in dem sie uns in erfundene Welten versetzen. Sinneseindrücke werden getrübt und das erlernte Körperwissen infrage gestellt. Dies ist die erste institutionelle Einzelausstellung von Anna M. Szaflarski, die bestehende Werke mit neuen, eigens für die Ausstellung geschaffenen Produktionen kombiniert. Comicartige Zeichnungen zeigen utopische und apokalyptische Szenen, ein farbenfrohes Textil imitiert beseelte Illustrationen eines Rorschach-Tests und Keramiken, die Haushaltsgegenstände nachahmen, lassen animistisch das Verhältnis zwischen Objekt und Subjekt verschwimmen.

Anna M. Szaflarski (*1984, St. Catharines, Ontario, CA) lebt und arbeitet in Berlin. Die Textilarbeit ist eine Zusammenarbeit mit dem Künstler Remko Van der Auwera. Die Keramiken sind in Zusammenarbeit mit Olga Milczyńska entstanden.

Anna M. Szaflarski deals with the porous boundaries of the physical body and consciousness, as well as, how the body is embedded in its environment and constituted by surrounding inanimate objects. With reference to microbiology, literature and art history and loaded with fantasy and science fiction narratives, the works alienate us and irritate our perceptual experience by transporting us into invented worlds. Sensory impressions are confused and body knowledge learned is questioned. This is Anna M. Szaflarski’s first institutional solo exhibition, which combines existing works and new productions created especially for the show. Comic-like drawings Show utopian and apocalyptic scenes, a colorful textile mimics the animist illustrations of a Rorschach test, and ceramics imitating household objects animistically blur the relationship between object and subject.

Anna M. Szaflarski (*1984, St. Catharines, Ontario, CA) lives and works in Berlin. The textile is a collaboration with the artist Remko Van der Auwera. The ceramics were created in cooperation with Olga Milczyńska.

Programm / Program

Eröffnung / Opening reception: Sonntag, 30.6., 11 Uhr / Sunday 30.6., 11am

Begrüßung / Addresses of welcome: Wolfgang Riehle, Vorsitzender / Chairman

Einführung / Introduction: Imke Kannegießer, Künstlerische Leitung / Artistic Director

Donnerstag, 11.7., 18 Uhr / Thursday 11.7., 6pm: Kuratorenführung mit / Curator`s Tour with Imke Kannegießer

Sonntag, 4.8., 14–17 Uhr / Sunday 4.8., 2–5pm: Kinder-Workshop nach Anmeldung, max. 12 Plätze / Workshop for Kids, registration required, max. 12 participants

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Botschaft von Kanada und der LBBW Stiftung.

The exhibition is supported in collaboration with the Embassy of Canada and the LBBW Foundation.

Bean Finneran / Andrea Zaumseil – Zwischenspiel.

Hunderte und Tausende gleiche und gleichzeitig individuelle Tonformen stehen massiv wirkenden Stahlplastiken gegenüber.


Bean Finnerans simple, elementare Formen aus dem natürlichen Material Ton konstruieren in einem additiven Verfahren Skulpturen, die trotz ihrer abstrakten Formen an reale und organische Dinge wie Anemonen, Korallen, Heuhaufen oder Grasbüschel erinnern. Die Tonkurven verbinden hierbei Geometrie mit natürlicher Imperfektion und folgen im Prozess der Herstellung natürlichen Wachstumsmustern. So wie sie »wachsen«, müssen sie zum Transport auch wieder zerlegt werden – Stück für Stück.


Andrea Zaumseils stählerne Metamorphosen erzeugen in ähnlicher Weise Raum für eine andere Realität. Wie Fragmente oder Relikte einer Welt unbekannter Naturgesetze liegen oder stehen sie in ihrer ganzen Schwere und Härte da. Strich für Strich entstanden monochrome Zeichnungen, die auf über zwei Metern Länge, Papier in stetige Schwingung versetzen. Scheinbare Ausschnitte wecken die Neugier auf das Dahinterliegende – Wellen in Aussicht auf das Meer. 

Beide Künstlerinnen erzeugen so Räume in ihrer jeweiligen Arbeitsweise. Alle Teile dieser noch unerforschten Flora laden den Betrachter ein, sie umwandernd, von Nahem und Weitem zu erschließen.


Bean Finneran
1947: geboren in Cleveland, USA, lebt in Kalifornien. Massachusetts College of Art Boston, Museum School, Boston Museum of Fine Arts.


Andrea Zaumseil
1957: geboren in Überlingen, lebt in Berlin. Studium der Germanistik und Geschichte in Konstanz, Studium der Bildhauerei in Stuttgart. Seit 2003: Professur für Bildhauerei / Schwerpunkt Metall an der Kunsthochschule Halle.

Eröffnung: Sonntag, 17. März, 11 Uhr

Begrüßung: Wolfgang Riehle, Vorsitzender

Einführung: Julia Berghoff, Interims-Geschäftsführerin