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Zahlreiche Ausstellungen weisen im Jubiläumsjahr 2011 an verschiedenen Orten auf das 250jährige Bestehen der Staatlichen Kunstakademie Stuttgart hin. Dazu gehören die Rückschau auf die Geschichte der Institution (Landesmuseum Württemberg), auf kunsthistorisch bedeutende Akademievertreter wie Adolf Hölzel oder Willi Baumeister (Kunstmuseum Stuttgart) oder die Präsentation der aktuellen Lehrpersönlichkeiten (Staatsgalerie Stuttgart). Die Städtische Galerie und der Kunstverein Reutlingen zeigen gemeinsam Malerei, Skulptur und Zeichnung, Fotografie, Videos und Computerkunst sowie raumbezogenen Installationen und Performances.

mit: Alberto Zamora, Anike Joyce Sadiq, Anna Romanenko, Anne Römpp, Annkatrin Liebig, Astrid Schindler, Bettina Leib, Björn Dermann, Björn Kühn, Britta Marquart, Christiane Berron, Elena Auder, Erik Sturm, Fabian Treiber, Florian Leinß, Friederike Dippon, Georg Lutz, Hannes Müller-Stucki, Helmut Dietz, Ines Spanier, Jan Löchte, Johannes Schießl, Jong Hyun Park, Joschka Banzhaf, Judith Kaiser & Friederike Stanger, Julien Viala, Karin Brosa, Katharina Schwarz, Katharina Volkmer, Lisa Erdle, Alexei Savinov & Fabian Wolter, Lisa Franke, Lisa Mühleisen, Manuel Krumrain, Markus Heller, Martina Kölsch, Micha Dengler, Michael Stolz, Michael Stopper, Min Seob Ji, Mitja Hoogerbeets, Nadine Fiedler, Nicole Adis, Nigatu Tsehay Molla, Oana Vainer, Oliver Kraft, Sabine Richter, Salome Kuon, Sarah Huber, Sascha Patzig, Simone Rueß, Steffi Müller, Tim Hendel und Vincent Schmidt

Wiebke Bartsch und Ruth May

 

 

Wiebke Bartsch (* 1968, lebt in Münster) und Ruth May (* 1974, lebt in Hamburg) benützen textile Materialien und Fundstücke in je ganz unterschiedlicher Weise als ihre spezifischen Bildmedien. Aus den Versatzstücken der alltäglichen Erfahrungswelt collagieren sie stofflich sinnliche Objekte zwischen (Alb)Traum und Wirklichkeit.

 

Historisches Kostümbild, aktueller Modeglamour und zeitgeistige Tattoos fließen dabei ebenso übergangslos ineinander, wie sich kindhafte Plüschmonster spielerisch leicht in multiple Brustfüssler verwandeln. Die ungewöhnliche Ausstellung ergänzen Rauminstallationen, Möbelobjekte, keramische Arrangements sowie Arbeiten auf Papier beider Künstlerinnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Ellenrieder – Remix

 

 

Die Frage nach dem Wirklichen und dem Fiktiven hat das Werk des Malers Wolfgang Ellenrieder immer bewegt. Dabei geht es zentral um die Relation des gemalten Bildes zu den digitalen Bilderzeugungsmedien und die durch die elektronischen Medien verschärfte Zersetzung des Wirklichen.

 

Es ist insofern kein Zufall, dass Ellenrieders Werk selbst eine gewisse durchscheinende Brüchigkeit aufweist, die strukturell auf den fragilen, unsicheren Status des Bildes, der Realität und der zwischen ihnen bestehenden Verknüpfungen verweist. Allerdings hütet sich der Maler vor einseitiger Parteinahme. Aufklärerisches Pathos ist seine Sache eben so wenig wie die larmoyante Klage über die Virtualisierung unserer Wirklichkeit. Deren dünnes Eis ist vielmehr der perfekte Untergrund für die Wahrheit seiner malerischen Untersuchungen, die in schöner dialektischer Engführung vor allem im Spiel mit den Methoden der Fälschung besteht.

 

Ellenrieder gibt diesen merkwürdigen frei flottierenden Bildbastarden, die sich momenthaft an bestimmt Inhalte anschmiegen, um kurz darauf schon andere Zusammenhänge zu illustrieren, eine fragile Identität.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeichnung x 5

 

 

Susanne Ackermann ist 1962 in Oldenburg geboren und lebt in Karlsruhe. Von 1988 bis 1994 studierte sie Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe.

 

Heike Jeschonnek ist 1964 in Gummersbach geboren und lebt in Berlin. Sie studierte von 1993 bis 2001 an der Hochschule der Künste Berlin.

 

Simone Rueß ist 1982 in Weingarten geboren und studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

 

Christiane Schlosser ist 1960 in Viernheim geboren, von 1980 bis 1986 studierte sie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg sowie der Hochschule der Künste Berlin.

 

Saskia Schultz ist 1978 in Stuttgart geboren, von 1998 bis 2005 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erwin Gross

Erwin Gross’ Bilder führen zurück zur Malerei, zu Tempera und Acryl, zu Grüner Erde aus Verona, gebranntem Umbra, Kreide von Sarti und anderen Erdpigmenten, aber auch zu Steinmehl, Malachit oder Smalte, zu den (manchmal selbst gebauten) Pinseln und auf Bretter montierten Schwämmen, mit denen die Farbe aufgetragen wird, zu den textilen Bildträgern Leinwand, Nessel oder Baumwolle und zur räumlichen Ordnung der malerischen Arbeit, die […] aus verschiedenen, flexibel einsetzbaren Elementen besteht. All dies wollen wir vor diesen meist leichthändig, mitunter auch hart erarbeitet wirkenden Gemälden wissen; sie lassen, ja machen uns über ihre Herstellung sprechen. Aber ist die Kunst der Malerei als Technik beschreibbar? Zweifellos gibt es eine ganze Reihe technischer Verfahren, die der Künstler – und auf diese Weise nur dieser Künstler – zu beherrschen gelernt hat, doch nicht weniger wichtig war das Verlernen dessen, was leicht von der Hand geht, und das Erproben von Möglichkeiten, für die noch kein Kunstgriff bereitsteht. Je mehr Gemälde man betrachtet und, ich vermute, je mehr Gemälde man schafft, desto öfter macht man die Erfahrung, dass die Malerei ein eigenes Leben führt, dem der Künstler nachspürt und von dem er sich führen lässt. Die Spuren der Malerei verweisen nicht nur auf seine Hand, auf seine Werkzeuge, Materialien und Techniken, sie sind ebenso die Indizien einer anderen, dem einzelnen Künstler vorgängigen Produktion, die nichts anderes ist als die Geschichte der Malerei.

Reutlinger Künstler 2010 – Wahlweise

Die Ausstellung „Reutlinger Künstler“ vermittelt seit 1950 alle zwei Jahre einen umfassenden Querschnitt durch die jüngsten Aktivitäten der Künstlerinnen und Künstler die in der Stadt oder im Landkreis Reutlingen leben und / oder arbeiten.

Bereits zum zweiten Mal wird die Ausstellung in diesem Jahr als Kooperation zwischen Städtischer Galerie und Kunstverein Reutlingen veranstaltet und in dessen Räumen in der Eberhardstraße 14 im ersten Obergeschoss stattfinden.

mit:  Peter Bofinger, Eva Borsdorf, Anita Dieter, Susanne Dohm-Sauter, Henning Eichinger, Susanne Gayler, CHC Geiselhart, Jochen Görlach, Eckart Heber, Birgit Hofmann-Birkenhall, Volker Illi, Anne-Christine Klarmann, Doris Knapp, Roswitha Maria Konrad, Gisela Kuchel, Hans Klaus Kühn, Chu-Hwan Lim, MAMU, Anna Mansen, Susanne Michel, Silke Panknin, Wolfgang Rätz, Esther Rollbühler, Renate Schöck, Ulrich Schultheiss, Wolfgang Stöhr, Gabriele Straub, Georg Tetmeyer, Winand Victor, Jutta Maria Vollmer, Daniela Waitzmann, Jürgen Wittke, Gina Zakrzewski und Kirsten von Zech-Burkersroda

Martin Assig und Christofer Kochs

 

 

„Es ist schwierig zu unterscheiden, zwischen den inneren Bildern und den Bildern, die man in seinem Leben gesehen hat. Diese  Verknüpfung hat eine hohe Leitfähigkeit für meine Arbeit. Es gibt immer wieder die Vorstellung, unmögliche Bilder zu malen. Bilder sind vollkommen stumm und lassen sich nicht auf Worte zurückführen. Die Dinge, die im Bild abzulesen sind, sind Bekenntnisse und Absichten. Bruchstücke, Dissonanzen, Unvereinbarkeiten sind wichtig. Jegliche Vorstellung von Handlung in Bildern ist mir zuwider. Stillstand, Bildsein. Ich suche die Hermetik. Meine Bilder müssen sich von mir lösen und mir fremd werden.“ Martin Assig

 

Christofer Kochs’ Figuren sind von großer Einfachheit. Offensichtlich rasch und mit großer Sicherheit auf das Papier geworfen, lassen sie noch etwas von der heilen Welt der Kinder-Malbücher erahnen, deren Umrissfiguren den Künstler früher angeregt haben. Andererseits steckt in der vermeintlich kindlichen Naivität des Ausdrucks zugleich die ungebändigte Kraft einer Archaik, die uns in mancher Zeichnung der Höhlenmalerei noch über Tausende von Jahren hinweg schaudern machen lässt. Aber mit einer vereinfachenden Vorstellung von gegenständlicher Kunst alleine ist das Werk dieses Künstlers nicht zu fassen. Scheinbar mühelos bedient Kochs sich bei Bedarf der Erfahrungen der informellen Kunst. Er lässt in manchen seiner tachistischen Mischtechniken den Betrachter zunächst völlig vergessen, dass die in bestimmter Weise angeordneten farbigen Flecken sich ja horribile dictu zu einem gegenständlichen Muster ordnen lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eckart Hahn – Grat

 

 

Eckart Hahns Malerei bewegt sich im Spannungsfeld fotografischer, narrativer und dinghafter Aspekte. So verwundert es nicht, dass Objekte als neue Ausdrucksformen seine Bildwelt bereichern.

 

Der mit geradezu schmerzhafter Imaginationskraft ausgestattete Künstler setzt sich so mit dem Gebundensein menschlicher Existenz, den Zwängen zivilisatorischen Lebens, mit Familie, Religion, den sozialen Strukturen in der Gesellschaft samt ihrer allgegenwärtig sichtbaren Auflösungserscheinungen auseinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uwe Lohrer / Axel Philipp / Jürgen Wittke

Im Stadtraum finden die drei Fotokünstler Uwe Lohrer, Axel Philipp und Jürgen Wittke ihre Motive. Architektorale Provisorien und Zufallsfunde spielen dabei eine entscheidende Rolle und verändern die Wahrnehmung unterschiedlicher urbaner Lebensbereiche nachhaltig : Die Strukturen riesenhafter Baugerüste lösen sich da zu selbständigen grafischen Zeichensystemen auf, weißgetünchte Schaufensterfronten präsentieren dem Passanten anonyme malerische Gesten, pflanzliche Relikte entwickeln im nächtlichen Widerschein der Leuchtreklamen eine irritierende Eigendynamik.

Sati Zech und Jörg Bach

 

 

Sati Zech und Jörg Bach arbeiten in völlig unterschiedlichen Werkstoffen (Papiere, Textilien, Gummi und Stahl), verfolgen aber analoge Bildkonzeptionen. Jörg Bachs Stahlplastiken sind dabei geprägt von amorph-organischen Formkörpern und komplexen Materialverschlingungen, die über vielteilige Boden- und Wandinstallationen bis hin zu riesenhaften Hochglanzobjekten reichen. Sati Zech entwickelt ihre – durchaus bildhauerisch gedachten – Materialarbeiten aus zusammengesetzten Papier- und Stoffbahnen, die sie vielfältigen Bearbeitungsprozessen unterzieht, sie vernäht, beklebt, übermalt und wieder zerteilt.

 

Den umfassenden Werkkomplex der seit Jahren entstehenden roten Bollenarbeiten dominieren hier ebenfalls körperhaft weiche Rundformen, Eindrücke zwischen ursprünglicher Stammeskunst und universeller Welterfahrung schwankend. Beide Künstler zeigen neue Arbeiten aus Stahl, Gummi, Lederobjekte u.a.