Barbara Hindahl

Barbara Hindahls Thema sind die Zeichen und Symbole der digitalen Welt, die inzwischen unser gesamtes Leben bestimmen. Sie fragt, was die Digitalisierung des Alltags mit uns tut. Können wir uns der digitalen Zeitenwende entziehen oder prägt sie uns doch, ob wir es wollen oder nicht? Das Digitale mag sich klar, geordnet und verbindlich geben, doch gerade im Alltag öffnet es nach wie vor eine diffuse Grauzone, verschlüsselt, kryptisch und mit rätselhaften Codes. Und mehr noch, was geschieht, wenn die Computer, Maschinen und Prozesse, die eigentlich Orientierung und Erleichterung bringen sollten, einmal nicht funktionieren, Aussetzer haben oder fehlerhaft laufen? In ihren filigranen Zeichnungen und raumgreifenden Installationen untersucht Barbara Hindahl die Eigentümlichkeiten, Unfälle und Verschiebungen, die fortwährend bei den Übersetzungen zwischen der Welt des Digitalen und dem alltäglichen Leben passieren. Denn das, was zunächst wie technische Drucke, Makulaturseiten oder Millimeterpapier erscheint, gibt sich bei genauem Hinsehen als äußerst subtile und fragile Handzeichnungen zu erkennen. Lineaturen, Schraffuren und Gespinste, die sich bald zart, bald scharf oder schroff der schlichten Logik eines digitalen Erzeugnisses entziehen. Barbara Hindahl richtet die Ausstellung in Reutlingen als Parcours der Wahrnehmung ein, mit unerwarteten Wendungen, ungehörigen Perspektiven und ungeahnten Einsichten. Denn gerade, wenn die Dinge schief laufen, bemerkt man, was das eine mit dem anderen zu tun hat, was wirklich hilft und was medialer Aberwitz ist.